Gleicht ein Übersetzer dem anderen? 10 Tipps für hochwertige Übersetzungen

10 Tipps für Ihre Übersetzersuche

Setzen Sie auf die internationale Ausrichtung Ihres Unternehmens? Sind die Kunden Ihrer Werbeagentur auf die Kommunikation mit ausländischen Partnern angewiesen? Als Tourismuszentrale kümmern Sie sich um Gäste aus verschiedenen Ländern? Dann benötigen Sie immer mal wieder, wenn nicht sogar täglich Übersetzungen von der einen in die andere Sprache. Und stehen vor dem Problem, einen fähigen Übersetzer zu finden.

Gute Anregungen gibt die Broschüre „Translation. Getting it Right. A guide to buying translation“ von Chris Durban, die auch ins Deutsche übertragen und von Berufsverbänden publiziert wurde. Unter dem Titel „Übersetzung – k(r)eine Glückssache“ steht diese auch zum Download zur Verfügung. Ich habe für Sie 10 Empfehlungen zusammengestellt, damit Sie Ihr Ziel erreichen: eine optimale Übersetzungsqualität.

 

  1. Selber machen? Besser nicht.

Sie haben gute Kenntnisse in der geforderten Sprache? In Ihrem Team ist jemand, der mehrere Jahre im Ausland gearbeitet hat? Für die mehrsprachige Kommunikation zu firmeninternen Zwecken sind Sie sicherlich bestens gerüstet. Das ist jedoch nicht gleichzusetzen mit dem Übersetzen, und noch weniger helfen Ihnen automatisch erstellte Übersetzungen. Übersetzer sind Spezialisten, wie auch Sie in Ihrer Branche: Setzen Sie auf die Kompetenzen eines Profis.

 

  1. Unterschiede zwischen Übersetzern, Dolmetschern und zweisprachig aufgewachsenen Personen

Um die Suche einzugrenzen, ist es hilfreich festzulegen, ob Sie einen Übersetzer (der Schriftliches überträgt) oder einen Dolmetscher (der Mündliches überträgt) benötigen. Denn es handelt sich um zwei verwandte, aber sehr wohl verschiedene Berufe – und es ist nicht gesagt, dass ein guter Übersetzer auch gut dolmetschen kann oder umgekehrt. Zudem: Wächst jemand zweisprachig auf, ist diese Person nicht automatisch Übersetzer oder Dolmetscher, sondern beherrscht im besten Falle (und längst nicht immer!) zwei Sprachen auf dem Niveau eines Muttersprachlers. Um tatsächlich übersetzen zu können, ist eine spezifische Ausbildung erforderlich.

 

  1. Wählen Sie einen Übersetzer, der auf Ihre Branche spezialisiert ist

Beziehen Sie bei Ihrer Suche das Fachgebiet mit ein und filtern so nach Übersetzern mit Fachwissen. Denn es ist nicht gesagt, dass ein Übersetzer, der auf kreative Texte spezialisiert ist, auch das richtige Rüstzeug für die Übertragung Ihrer Bedienungsanleitung mitbringt. Oder dass ein Fachübersetzer für Zahnmedizin das Fingerspitzengefühl und das unabdingbare Textwissen besitzt, um Ihren Slogan oder einen Online-Werbetext zu übersetzen. Preist sich jemand als Allround-Übersetzer an, ist Vorsicht angebracht. Wer sich hingegen auf wenige spezielle Fachbereiche beschränkt, kann solide Kenntnisse und mehrjährige Erfahrung einbringen: Less is more.

 

  1. Wann ist eine Übersetzungsagentur, wann ein Freiberufler zu beauftragen?

Eine Agentur kann für diverse Sprachen und Fachgebiete als ein Ansprechpartner dienen, die Vorteile in der Zusammenarbeit mit einem Freiberufler (und hier hebe ich einen Schatz für Sie) liegen auf einer ganz anderen Ebene: direkter und verbindlicher Kontakt mit demjenigen, der Ihre Übersetzungen tatsächlich anfertigt, persönliche Auskunft zu Referenzen, terminologische und stilistische Konstanz und ein Ansprechpartner, der mit der Zeit bestens mit den Anforderungen in Ihrem Unternehmen vertraut ist. Eine langfristige Zusammenarbeit erleichtert nicht nur die Beziehung zwischen Übersetzer und Auftraggeber, sondern steigert dank Hintergrundwissen die Übersetzungsqualität.

 

  1. Das günstigste Angebot ist nicht immer das beste

Ihnen liegen mehrere Kostenvoranschläge vor: Sollte der Preis ausschlaggebend sein? Vor einem Zahlenvergleich sollten Sie die offerierten Leistungen analysieren. Wird die Übersetzung von einem Muttersprachler erstellt (in den meisten Fällen ein unerlässliches Kriterium)? Umfasst der Preis eine Revision durch einen zweiten Übersetzer (unbedingt empfehlenswert, um nicht nur eine korrekte, sondern eine optimale Übersetzung zu erzielen)? Verfügt der Übersetzer über ein Kollegennetzwerk, um umfangreiche Projekte verlässlich zu bewältigen? Steht er für die Schlusskontrolle des druckfertigen Layouts zur Verfügung? Hier lohnt sich ein kritischer Blick: Angebote können sehr unterschiedlich ausgestaltet sein. Und nur selten wird der niedrigste Preis zur besten Übersetzung führen.

 

  1. Sorgen Sie für optimale Ausgangstexte

Es lohnt sich, mit Zeit und Aufwand gute Texte in der Ausgangssprache zu erstellen, bevor sie an den Übersetzer gehen. So erzielen Sie korrekte, ausgewogene und wirksame Originalfassungen. Der Übersetzer wird immer sein Bestes geben. Aber statt bei mehrdeutigen Botschaften lange nach der richtigen Interpretation zu suchen, holperige Satzstrukturen zu entwirren und falsche Schreibweisen zu entschlüsseln, kann er sich auf die Übertragung in die Zielsprache konzentrieren: ein dem Original ebenbürtiger, korrekter, ausgewogener und wirkungsvoller Text. Maßgeschneidert für Ihre Zielgruppe.

 

  1. Klären Sie Anforderungen vorab und stellen Sie Referenzmaterial zur Verfügung

Teilen Sie gleich zu Beginn die relevanten Informationen zur Übersetzung mit: Zielgruppe (B2C, B2B, Altersgruppe, Nationalität, Interessen …), Verwendungszweck (internes Dokument, Produktinformation, Broschüre, Katalog, Website, Newsletter, Software, Artikel in Fachzeitschrift …), Besonderheiten (maximale Zeichenzahl, SEO-Optimierung, Visuals …). Erläutern Sie Zusammenhänge und stellen Sie Begleitmaterial zur Verfügung (Vorgängerversionen, Glossare, Beschreibungen ...) Ermöglichen Sie dem Übersetzer, Ihr Unternehmen möglichst umfassend kennenzulernen, denn nur so wird er Ihre Botschaft gezielt für die Übersetzung aufgreifen können.

 

  1. Nutzen Sie den Dialog mit Ihrem Übersetzer auch während des Projekts

Meldet sich der Übersetzer während des Übersetzungsprozesses mit Fragen, sollten Sie diese zeitnah und umfassend klären. Nur wenn Unklarheiten ausgeräumt werden, kann der Übersetzer eine vom Titel bis zur Schlusszeile erstklassige Qualität liefern. Daher gilt: Machen Sie sich bekannt, ermöglichen Sie dem Übersetzer, zu Ihrer Stimme zu werden.

 

  1. Lassen Sie den Übersetzer das fertige Layout kontrollieren

Nach der Lieferung der Übersetzung, einer eventuellen internen (fachlichen) Durchsicht und der finalen Drucklegung der Texte zögern Sie nicht, dem Übersetzer eine Druckvorschau, als Vorabzug des Endprodukts vorzulegen. Er wird prüfen, ob alles korrekt eingefügt ist, dass keine sprachspezifischen Details verloren gegangen sind und ob Titel und Bildunterschriften an der richten Stelle sitzen. Nutzen Sie diese „Generalprobe“: Der Übersetzer ist der erste Leser – und generell sehr pingelig.

 

  1. Räumen Sie dem Übersetzer Sichtbarkeit ein

Wo Textsorte und Verwendungszweck der Übersetzung es zulassen, sollten Sie den Namen des Übersetzers veröffentlichen. Das erfordert keine weiteren Kosten, bringt dem Übersetzer aber Anerkennung. Die goldenen Regeln der Mitarbeiterführung wirken in der Regel auch bei Freiberuflern: ein zufriedener Mitarbeiter leistet bessere Arbeit.

 

Jetzt haben Sie die richtigen Instrumente zur Hand, um rasch und effizient einen geeigneten Übersetzer für Ihren Text zu finden. Dreht es sich um Marketing, Tourismus, Gastronomie, Outdoor oder Softwarestrings? Dann könnte Ihre Suche schon am Ziel sein: Ich freue mich, Sie kennenzulernen.

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